Der gute passende Schnitt
oder: Was kommt wohin?

Wohnbedürfnisse sind vielschichtig. All die Dinge, die man gerne hätte in seinem neuen Haus sind manchmal nicht so wichtig, wie sie zunächst erscheinen. Dagegen muss vieles schon recht bald entschieden sein, was gar nicht so ins Auge springt. Kurzum, ein ganzes Knäuel von Funktionen verlangt nach Zuordnung und Bewertung.

Bei der Planung des neuen Hauses muss die Bauherrenfamilie nicht nur über Größen über Elemente wie Erker, Gauben etc. nachdenken, sondern genauso intensiv über die optimale Anordnung der Funktionsbereiche.

Viele Randbedingungen beeinflussen ein Gebäude schon mit den ersten Skizzenstrichen. Dies ist vor allem der Bauplatz. Außer dem baurechtlichen Rahmen, der die äußere Erscheinung des Hauses prägt und das mögliche Bauvolumen festlegt, gibt es auch Kriterien wie Grundstücksgröße, Hanglage oder ebenes Gelände, Belichtung und Besonnung, die Einfluss nehmen auf die Zuordnung von Funktionen innerhalb des Bauerks. So ermöglicht z. B. ein relativ großes und vielleicht sogar preisgünstiges Grundstück auch eine größere Hausgrundfläche.

Funktionsbereiche kombinieren

Auf der Erdgeschossebene können dann verschiedene Nutzungsbereiche angeordnet werden. die sonst möglicherweise in mehreren Geschossen untergebracht werden müssten.
Was gibt es nun für Funktionsbereiche im Haus? Welche lassen sich verträglich kombinieren und welche nicht? Erfreulicherweise bleibt hier ein individueller Spielraum, der zwar durch planerische Erfahrungswerte beeinflusst wird, aber dennoch mehrere Gestaltungsmöglichkeiten offen lässt, so dass ein Haus sich dann doch durch den guten, den passenden Schnitt für seine Bewohner auszeichnen kann.

Kochen, Essen, Wohnen in die Aktivzone, Ruhezonen, Wohnbereiche, Arbeitszimmer, Abstellräume - was soll wohin?

Dies ist nicht immer leicht gesagt. vor allem, wenn verschiedene Köche mitmischen. Ein erstes Ordnungsprinzip gibt die Zuweisung in Aktiv- und in Ruhezonen. So ist die klassische Verknüpfung von "Kochen – Essen - Wohnen" sicher der Aktivzone zuzuordnen. Erweitern lassen sich diese Bereiche beispielsweise durch einen Kaminplatz, eine Lese- oder Spielecke, die Terrasse, den Hauswirtschafts- oder Hobbyraum. Die beiden letztgenannten Räume erfordern nicht unbedingt die Unterbringung in derselben Wohnebene.
Dagegen wäre es sicher wenig sinnvoll, den Kochbereich und den Essplatz in unterschiedlichen Geschossen anzuordnen. Diese Funktionstrennung würde nicht mehr unserem Lebensgefühl entsprechen.

Wohin gehören die Nebenräume?

Ruhezonen: Außer den Schlafräumen können dies Gäste-, Kinder-, manchmal auch Arbeitszimmer sein.
Dabei sind Verknüpfungen mit Bädern, Gäste-WCs. eventuell auch Galerieplätzen zu bedenken.
Nutzflächen oder auch Nebenräume wo gehören die eigentlich hin?
Auch sie werden durch ihre Funktion bestimmt und zugeordnet. Beim Wein- oder Vorratskeller ist dies klar. Heizung und Haustechnik können ihr Plätzchen außer im Keller ebenso im Erd- oder Dachgeschoss finden.
Eine Waschküche kann ein Raum im Untergeschoss mit Ausgang in den Garten sein, aber genauso könnte der Wä- schebereich auch der Küche angegliedert werden.
Die Zuordnungsmöglichkeiten sind in allen Bereichen vielfältig.

Wohnbereich mit Terrasse verknüpft

Beim ersten Gestaltungsbeispiel sieht das Raumprogramm für die Aktivzone so aus: Der Wohnbereich ist kombiniert mit einem Kaminplatz und einer Terrasse. Verknüpft mit dem Wohnen ist der Essbereich, der in die Küche übergeht. Ein Hauswirtschaftsbereich soll als Schleuse zwischen Küche und Garage liegen. Der Eingangsbereich mit Diele, Gäste-WC und Treppe ins Dachgeschoss schließt an ein Arbeitszimmer an. Weitere Raumwünsche sind Schlaf- und Gästezimmer, Bäder, eine Einliegerwohnung sowie der erforderliche haustechnische Bereich. Greift man das Zuordnungsmuster für das Erdgeschoss einmal heraus, lassen sich die entstandenen Raumfolgen deutlich ablesen (siehe Zeichnung 1). Die Umsetzung in einen Grundriss kann unter der gewählten Struktur auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen. So ist auch die Anpassung an verschiedene Bauweisen - beispielsweise Holz- oder Massivbau - möglich (siehe Zeichnungen 2 und 3).

Variable Lage der Einliegerwohnung

Da selten alle gewünschten Funktionen auf einer Ebene untergebracht werden können, bedingt die getroffene Zuordnung für das Erdgeschoss die Nutzung weiterer Geschossebenen. So würden in diesem Fall die Ruheräume und Bäder im Dachgeschoss Platz finden, während Haustechnik und Bevorratung sich im Keller befinden können. Die Einliegerwohnung ist in Bezug auf die Geschosslage variabel. Handelt es sich zum Beispiel um ein Hanggrundstück, wäre eine Platzierung im Untergeschoss zur Talseite hin genauso denkbar.

"Kompaktes". Wohnen auf einer Ebene

Ein weiteres Gestaltungsbeispiel vertieft nochmals das Thema "Wohnen auf einer Ebene". Gleichzeitig wird eine kompakte Bauweise angestrebt sowie eine unabhängige, gelegentliche Dachgeschoss-Nutzung. Ein Untergeschoss wird nicht gewünscht.
Das bedingt eine Mischung von Ruhe- und Aktivzonen in einem Geschoss.